Rezension – „Vorbilder?Fehlanzeige!“

Ich möchte meinen Blog ausweiten von literarischen Impressionen auf Leseeindrücke und Rezensionen!

Das erste Buch, über das ich hier berichten müsste, ist eine online-Veröffentlichung von Caroline Caspar, die ich über WordPress kennenlernen durfte. Es handelt sich um das Buch mit dem Titel „Vorbiler? Fehlanzeige!“.

Es handelt von einem jungen Mädchen, Sophie, dem die Strukturen, in denen wir alle leben und die für sie wie ein Gefängnis sind, zu viel werden, sodass es aus ihnen ausbrechen muss. So entscheidet sie sich, von zu Hause abzuhauen, um der Schule, den Erwartungen ihrer Eltern und der Gesellschaft an sie zu entfliehen. Auf ihrer Reise trifft sie auf andere Jugendliche, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, hat sehr viel Zeit zum Reflektieren und kommt somit zu vielen neuen Erkenntnissen, die sie schließlich auch dazu bringen, zurückzukehren, jedoch mit der Idee, ihre eigenen Ziele zu verfolgen ohne sich davon beeinflussen zu lassen, was andere für sie vorsehen.

Der Schreibstil wechselt ab zwischen erzählerischen und impressiven Passagen, die fast brainstorming-mäßig Sofies Gedanken wiedergeben und bewusst gewählter Jugendsprache, um die Authentizität der Gespräche zu gewährleisten. Während die erzählerischen Teile eher eintönig vorüberlaufen, nimmt das Buch in den impressiven Phasen eine rasante Fahrt auf und lädt sich mit Emotionen auf.

Das Buch ist eine Kritik an der Gesellschaft, an den festgefahrenen Strukturen, im Großen wie im Kleinen, Persönlichen, vor allem aber auch an der Akzeptanz in der Gesellschaft, der Trägheit der Menschen, etwas gegen die Ungerechtigkeiten und ihre eigene Unzufriedenheit zu tun.

Der Inhalt dieses Buches hat mich sehr bereichert. Einerseits fühle ich mich dadurch sehr verstanden, weil viele meiner Gedanken darin enthalten, manchmal sogar fast wortwörtlich formuliert sind und ich weiß, dass ich nicht die einzige bin, die so denkt.
Gleichzeitig hat das Buch mir aber auch neue Ideen gegeben, mich neu über Dinge nachdenken lassen oder Dinge zum ersten Mal verstehen lassen. Es werden viele Themen angesprochen und über jedes einzelne von ihnen könnte man ein ganzes Buch schreiben – aber es ist gut, dass sie nur für ein paar Seiten lang angesprochen werden, denn so wird man als Leser angeregt, selbst weiterzudenken, sein eigenes Verhalten zu überdenken und darin liegt für mich der Wert von „Vorbilder? Fehlanzeige!“.

Eine Leseprobe findet ihr auf dem Blog von Caroline Caspar.

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Bad Publicity

Heute möchte ich diesen sehr bemerkenswerten Beitrag teilen. Im ersten Moment scheint es schockierend – aber ist es nicht letztendlich genau das, was jeden Tag in unserer Welt passiert – das Spielen mit Menschenleben?

gordondaniely

In der Nähe der Mercedes-Benz-Arena war es am Abend zu einer Explosion gekommen. Obwohl ich zum Zeitpunkt der Detonation in der Arena war, bekam ich von der ganzen Sache erst über Twitter etwas mit, beziehungsweise von den ganzen Leuten, die mir schrieben und fragten, ob bei mir alles in Ordnung sei.

Aber ja, antwortete ich.

Die Leute sagten, ich solle mal gucken, was bei Twitter los sei. Dort waren in den Trends die Wörter „Explosion“, „Arena“ und „Berlin“ ziemlich weit oben, erste Eilmeldungen von der Berliner Polizei wiesen darauf hin, dass es wohl in unmittelbarer Nähe der Mercedes-Benz-Arena zu einer Explosion gekommen sei. Die Leute sollten zu Hause bleiben.

Keine Panik, dachte ich. In der Arena selbst dürfte so ziemlich der sicherste Ort sein.

Ich erinnerte mich an die massiven Sicherheitskontrollen vor dem Konzert. Da wurde jemand extra aus dem allgemeinen Zuschauerstrom herausgezerrt, weil er einen Bart hatte und arabisch…

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Die wahrhaft schöne Prinzessin – Ein Märchen

Es war einmal eine Prinzessin, die hieß Rosa. Sie war wunderschön, aber sie sah anders aus als andere Prinzessinnen und deshalb lachten die Leute über sie und machten Scherze. Prinzessin Rosa war traurig, denn sie glaubte, was die Leute sagten, sie glaubte, dass sie hässlich war. Sie wünschte, sie wäre wie die anderen Prinzessinnen.
Die anderen Prinzessinnen jedoch lachten über sie wie alle anderen Leute und wurden auch nicht müde schlechte Worte über sie zu verlieren.
Bis eines Tages ein Ritter kam, der schon so viele Heldentaten vollbracht hatte, dass alle Prinzessinnen ihn zuerst beherbergen wollten. So kam es auch, dass er von Prinzessin Rosa erfuhr. Aber er lachte nicht, wie die anderen Menschen, sondern er erhob sich und sagte:
„Ihr seid hässlich, dass ihr zu nichts anderem in der Lage seid als schlecht über andere zu reden.“
Und er verließ den Saal, schwang sich auf sein Pferd und ritt davon. Die Prinzessinnen blieben sprachlos zurück.
So kam der Ritter schließlich an das Schloss der Prinzessin Rosa. Er bat darum von ihr beherbergt zu werden und sie war sehr erstaunt, denn normalerweise kam niemand zu ihrem Schloss. Sie ließ ihn ein und gemeinsam aßen sie ein königliches Abendmahl. Der Ritter erzählte von seinen Abenteuern und erzählte auch von den anderen Prinzessinnen. Prinzessin Rosa jedoch verlor kein einziges schlechtes Wort über die anderen und schließlich sagte der Ritter:
„Du bist wahrhaft schön, von innen und von außen. Nie habe ich so einen schönen Menschen wie dich gesehen. Höre nicht auf das, was die anderen sagen.“
Und die anderen Prinzessinnen erblassten vor Neid, als wenige Monate später die Hochzeit der Prinzessin Rosa und des Ritters gefeiert wurde.

Erinnerung I – Memory I

Und nun bin ich wieder an dem Ort, an dem ich vor Jahren schon einmal war und stehe hier und blicke auf das, was vor mir liegt. Erinnerungen kommen auf, alte Gefühle werden wach. Wie wir damals zusammen auf der Reling der Fähre standen und zusammen auf die Berge geschaut haben, von denen wir dachten, der größte müsse sicherlich der Ätna sein. Nach vielen Stunden im Zug endlich die Meeresluft in unserer Nase. Wir waren so glücklich und voller Erwartung. Wir waren fast noch Kinder damals, voller verrückter Ideen. Und nun stehe ich hier und wünschte, ich wäre hier mit euch.

And now I am at the place again where I have been years ago. I stand there and look at everything that lies infront of me. Memories rise up, old feeling awake. How we stood there together at the rail of the ferry looking at the mountains and thinking that the highest one must be the Etna. After many hours in the train finally the fresh air of the sea in our noses. We were so happy and full of expectation. We were almost children back then full of crazy ideas. And now I stand here and I wish I was here with you.

Die verzweifelte Blume – Ein Märchen

Es war einmal eine wunderschöne Blume, die einen Samen gebar. Der Samen jedoch schaffte es nicht Wurzeln zu schlagen und wurde vom Wind davongetragen. Er flog und flog bis zu einem unbekannten Ort, wo er zu Boden fiel. Der Samen war geschwächt – er wusste nicht, wo er war, was als nächstes mit ihm passieren würde, welchen Weg sein Leben in der Zukunft nehmen würde. Der Samen war allein.

Mit der Zeit wuchs eine Wurzel und aus dem Samen formte sich eine Blume, eine Blume, die ihrer Schönheit nicht bewusst war. Eine Blume, die Angst vor dem Wind hatte. Eine Blume, die nicht wusste, ob sie sich am richtigen Ort befand.

Sie durchlebte eine lange Zeit der Trockenheit, in welcher sie fast verdorrte. Sie blickte nicht mehr in ihre Umgebung, denn sie hatte keine Kraft um den Kopf zu heben. Und so war sie sehr überrascht, als eines Tages ein alter Baum begann zu ihr zu sprechen.

„Ich sehr, du bist sehr verzweifelt“, sagte der Baum.

Die Blume wusste nicht, was sie antworten sollte, denn tatsächlich konnte sie nicht verneinen, was der Baum zu ihr gesagt hatte.

„Jedoch“, fuhr er fort, „ich beobachte dich seit langer Zeit und glaube mir, wenn ich dir sage, dass ich jeden Tag sehe, wie du über dich hinauswächst.“

Dieses Erlebnis veränderte etwas im Leben der Blume, denn sie verstand zu verstehen, dass das Leben mehr war als das, was sie sehen konnte, dass das Leben sich nicht nur unten auf der Erde abspielte, wo sie war, sondern in unerreichbarer Höhe, in einer Sphäre, die nur der Wind kannte und welche die Bedeutung der Dinge war, die wir nicht fähig sind zu verstehen.

Für Dich – For You

Ich möchte dir mein Herz ausschütten
Ein Meer aus Liebe vor deine Füße gießen
Damit du auf dem Wasser laufen kannst
Und deine Füße nicht mehr dreckig werden.

Ich möchte dir mein Herz ausschütten
Eine Wolke aus Liebe um deinen Körper bilden
Damit du auf ihr davon schweben kannst
Wenn dich zu viel Schwere nach unten drückt.

I want to poor out my heart to you
And spill a sea of love around your feet
So you are aber to walk on the Walter
And you won’t dirty your feet.

I want to poor out my heart to you
And form a cloud of love around your body
So you can hover away on it
When too much heaviness tries to bring you down.

Ich möchte dir mein Herz ausschütten
Ein Meer aus Liebe vor deine Füße gießen
Damit du auf dem Wasser laufen kannst
Und deine Füße nicht mehr dreckig werden.

Ich möchte dir mein Herz ausschütten
Eine Wolke aus Liebe um deinen Körper bilden
Damit du auf ihr davon schweben kannst
Wenn dich zu viel Schwere nach unten drückt.

Abschied – Farewell

Zwanzig Minuten lang schauen wir uns einfach nur in die Augen, sie sitzt im Zug und ich stehe draußen. Ihr Blick macht mich ganz ruhig, das Schluchzen in meiner Seele verstummt, wir schauen uns einfach nur an und ich denke darüber nach, wie wunderschön sie ist, wie dankbar ich bin. dass es sie in meinem Leben gibt, ich denke an die Dinge, die ich ihr noch sagen wollte und für die keine Zeit war, und ich denke, dass sie alle diese Dinge in diesem Moment in meinen Augen lesen kann. Ich denke darüber nach, wie sehr wir uns vertrauen, dass es nichts gibt, das wir voreinander verbergen müssen, dass wir uns zwanzig Minuten lang in die Augen schauen können, ohne dass es uns unangenehm wird.
In ihrem Blick sehe ich, dass hinter mir jemand kommt und es ist der Zugführer, und dann fährt der Zug ab und wir werden auseinandergerissen. Und das Schluchzen dringt aus meiner Seele.
Ich vermisse sie.

Twenty minutes we only look into each others eyes, she sits in the train and I stand outside. Her glance makes me feel calm, the sob inside my soul ceases, we just look at each other and I think how beautiful she is, how grateful I am to have her being part of my life, I think about the things I still wanted to tell her and for which we didn’t have time and I think that now she can read all of them in my eyes now. I think how much we trust each other, that there is nothing we have to hide from each other, that we can look into each others eyes for twenty minutes without feeling uncomfortable.
In her glance I can see that someone is coming behind me and it is the conductor and then the train leaves and we are torn apart. And the sob forces its way through my soul.
I miss her.

Irrweg – Wrong Track

Ich verließ meine Herkunft, um ein Zuhause zu finden, aber ich kam nicht an. Ich ließ all die Menschen zurück, die ich in mein Herz geschlossen hatte, und konnte keine neuen Bindungen aufbauen. Mit der Zeit verstand ich, dass Zuhause nicht ein Ort war, Zuhause war man selbst und deshalb musste man sich selbst finden und man musste Menschen finden, von denen man sich gesehen fühlte, in deren Mitte man ohne Einschränkungen man selbst sein konnte. Man sagte mir, dass meine Heimatland war wo meine Herkunft war, weil dort die Menschen waren, die ich über alles liebte. Und ich wusste, ich musste zurück.

I left my origins to find a home but I didn‘t arrive. I left behind all the persons that I embosomed and couldn‘t feel new bonds. With time I understood that home isn‘t a place, home is yourself and you had to find yourself, and people to whom you feel seen and in whose midst you can be yourself without restrictions. Someone told me that my homeland was where my origins were because there were the people that I loved above all. And I knew I had to come back.